Pädagogische Konzeption der Tagespflege

„Kinderstube Meisennest“

 Jutta Mainusch-Keller

nach den Erkenntnissen von Dr. Emmi Pikler
und den Grundlagen der Waldorfpädagogik

Inhaltsverzeichnis

1. Ein Kind kommt nicht als leeres Blatt auf diese Welt

2. Vorwort

3. Pädagogische Arbeit

3.1. Das Lehren des sozialen Umgangs, in Kommunikation, durch ein sicheres, durchschaubares Umfeld, in der Pflege und durch die Vorbildfunktion

3.2. Raum für Emotionen

3.3. „Hilf mir es selbst zu tun“ - die Entwicklung von Bewegung und Spiel

3.4. Rhythmus, Rituale und Musik

3.5. Das Essen in der Kinderstube

3.6. Schlafen ist Kraft tanken

3.7. Integration

4. Die Räumlichkeiten der Kinderstube

5. Elternarbeit und Eingewöhnung

6. Öffnungszeiten, Tagesablauf und Ferienregelung

7. Kontakt

1. Ein Kind

Ein Kind kommt nicht als leeres Blatt auf diese Welt

es ist auf dem Weg zu sich selbst

es ist unermüdlich dabei sich weiter zu entwickeln

auf seine Art, in seiner Zeit – individuell

es möchte seine Ziele selber setzen

seine Herausforderungen alleine meistern

lasst uns ihm zur Seite stehen

nicht mit Belehrung, mit „gut gemeinter Hilfe“

gebt ihm die Umgebung in der es findet was es braucht

gebt ihm euer Sein, euer Werden als Vorbild zur Nachahmung

holt es dort ab, wo es steht

und reicht ihm die Hand zum lebendigen Miteinander

Jutta Mainusch-Keller
2021

2. Vorwort

Warum habe ich mich für die Kindertagespflege entschieden? Persönliche Entscheidungen und gesetzlicher Auftrag

Die Arbeit mit dem kleinen Kind begleitet und begeistert mich schon seit über drei Jahrzehnten. Ich sammelte Erfahrungen mit meinen beiden eigenen Kindern, bei vielen Jahren Arbeit mit Eltern und Kleinkindern in Spielgruppen und bei Baby­massage­gruppen, bei der langjährigen Mitarbeit in einer Waldorf- und Pikler-Kinderkrippe und in zwei Waldorfkindergärten und abschließend bei meinen Ausbildungen zur zertifizierten Piklerpädagogin und zur Waldorferzieherin.

Als im Sommer 2015 ein beruflicher Wechsel an stand, fand ich keine Einrichtung, in der ich mich, mit meinen Vorstellungen vom Umgang mit dem kleinen Kind, ausreichend wiederfinden konnte.

Schließlich entschied ich mich für die Kindertagespflege. Hier kann ich in geeigneten Räumen unseres Hauses und im eigenen Garten mit Kindern in einer kleinen Gruppe arbeiten. Hier sind sehr gute Bedingungen für intensive Bindungsarbeit, für individuelle Begleitung, Bildung und Pflege. Den Vorteil der Tagespflege sehe ich vor allem in der Möglichkeit Kleinkinder, ohne den in Krippen häufig an zu treffenden Alltagsstress, aber professionell zu betreuen.

2005 wurde im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGBVIII) erstmals ein für Tagespflege und andere Tageseinrichtungen gültiger Förderungsauftrag formuliert. Dies heißt, dass die Tagespflege mit den anderen Tageseinrichtungen rechtlich gleichgesetzt ist.

Der Förderungsauftrag umfasst:

Allen drei Punkten kann ich in der Tagespflege gut gerecht werden. Ich möchte in den folgenden Kapiteln des Konzeptes näher darauf eingehen auf welche Weise ich dem Förderungsauftrag entsprechend arbeite.

3. Pädagogische Arbeit

3.1 Das Lehren des sozialen Umgangs, in Kommunikation, durch ein sicheres, durchschaubares Umfeld, in der Pflege und durch die Vorbildfunktion

Das Kind kommt bereits mit einer Individualität, mit dem Streben nach Wachstum und nach dem Verstehen dieser Welt, mit dem Wunsch nach Kommunikation und Geborgenheit, Sicherheit und Durchschaubarkeit (Kohärenz) in diese Welt. Dieser Antrieb der Selbstbildung, der später zur Eigenverantwortung führt, begleitet das Kind, wenn er Raum erhält, durch seine ganze Kindheit. Meine Aufgabe in der Tagespflege ist demnach nicht das Belehren oder Trainieren des Kindes, sondern das Schaffen der Voraussetzungen für eine selbstbestimmte Entwicklung.

Dies gilt auch und im Besonderen für den Bereich des sozialen Lernens.

Um offen sein zu können für ein soziales Miteinander, benötigt das Kind ein verlässliches Umfeld.

Dazu gehören:

In der individuellen und intensiven Zuwendung bei der Pflege sah Emmi Pikler eine idealen Raum zum sozialen Lernen und für das Bonding. Ein bewusstes, waches, freudiges Eingehen auf das Kind mit einer, das Tun begleitender Sprache, beim Wickeln, Essen und Umziehen, gibt dem Kind Sicherheit. Es tankt emotional auf, es fühlt sich gesehen, und im Dialog mit mir, erfährt es sich selbst als kompetent.

Die Pflege hat eine orientierungsgebende feste Choreographie, die durch Impulse des Kindes aufgelockert wird. Beim Wickeln gibt es eine spezielle Pikler-Wickelkommode, denn auch hier soll das Kind die Möglichkeit zur freien Bewegung haben. Gerade die Kinder, die lernen sich zum Stehen hoch zu ziehen, möchten auch gerne beim Wickeln stehen und sich frei bewegen.

Ein kleines Kind lernt sehr viel durch Nachahmung. Die heutigen Erkenntnisse der „Spiegelneuronen"(siehe Wikipedia) bestätigt diese Annahme. Durch unsere Einstellung, unser Sein und Tun, verinnerlicht das Kleinkind, wie man miteinander lebt. Ich kann ihm meine Vorstellung von sozialem Umgang (z.Bsp. Rücksicht, Präsenz, Umsicht, Danken und Bitten, sauberes Essen... und vieles mehr) als Vorbild vorleben. So werden wir ohne große Gebote, Verbote und Vorträge unserem Erziehungsauftrag gerecht.

Wir dürfen noch nicht zu viel von den kleinen Kindern erwarten. Untereinander lernen Kleinkinder erst allmählich ein „soziales Miteinander“. Der Weg ist dabei, schrittweise vom „Ich“ über das „Du“ zum „Wir“ zu kommen. Ich möchte das Kind dabei unter­stützend begleitenS, ohne theoretische Anleitungen zu geben, ohne zu moralisieren. Ich gebe ihm erst einmal Raum zur Selbsterfahrung, zur Selbst­entwicklung. Ich vermeide bei dem kleinen Kind zu viele Konflikte, z.Bsp. durch genügend gleiche Spielzeuge, genügend Raum, dem Entwicklungsstand entsprechender Spielsachen. Selbst bewältigte Konflikte sind für die Kinder ein wichtiges Lernfeld. Nur wenn es wirklich nötig ist, greife ich ein. Ich nehme dabei die Situation beider Konfliktpartner wahr und ernst, und wirke deeskalierend. Als letzte Möglichkeit helfe ich, in dem ich die Kinder räumlich trenne und ihnen ein neues Spiel anbiete.

3.2. Raum für Emotionen

Es gibt, gerade für das kleine Kind, keine falschen Emotionen. Es hat immer einen Grund, warum ein Kind auch einmal wütend, traurig oder weinerlich ist warum es vielleicht auch einmal beißt oder kratzt.

Emmi Pikler sprach davon, dass es gelbe und rote Regeln gibt. Zu den roten Regeln zählen z.Bsp. Das Verbot von Haareziehen und Beißen. Ein gelbes Gebot kann zum Beispiel sein, dass die Bauklotzkiste nicht einfach ausgeleert werden soll. Hier kann man, je nach Situation, auch einmal darüber hinweg sehen.

Wenn es um ein rotes Gebot geht, also Gefahr in Verzug ist, muss ich als Piklerpädagogin gleich darauf eingehen, „Opfer“ und „Täter“ von einander trennen, und dann beide in ihrer Not annehmen. Es ist gut, wenn ich die Situation als ganzes im Blick hatte und nachvollziehen kann, warum sie eskalierte. Ein bestimmtes, einmaliges Sagen, dass man nicht beißen darf, reicht völlig aus. Langwierige Erklärungen, oder Moralpredigten gehen am Kind vorbei. Es kann gut sein, dass ich für beide Kinder erst einmal einen geschützten Raum schaffen muss, in dem sie zu sich selber kommen können. Vielleicht reicht es aber auch, ein alternatives Spielzeug anzubieten, oder erst einmal eine Weile positive Bestärkung geben.

Auch bei den Emotionen können wir uns das Waldorfprinzip Vorbild und Nachahmung bewusst machen. Manches Mal sind es die Erwachsenen, die aus irgendeinen Grund angespannt oder wütend sind und dies zu überspielen versuchen. Kinder merken dies schnell und manchmal übernehmen sie die Gefühle der Erwachsenen.

3.3. „Hilf mir es selbst zu tun“ - die Entwicklung von Bewegung und Spiel

Ganz individuell in Zeit und Art ist der Weg der Entwicklung von Bewegung und Spiel. Das Kind spürt was, wann etwas für es dran ist. „Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht“ sagt ein afrikanisches Sprichwort. Allen Kindern gemeinsam ist das immer währende Streben nach neuen Herausforderungen. Ein Kind, das die Möglichkeit bekommt, sich in seinem Tempo und auf seine Art, neue Positionen und Bewegungsabläufe zu entdecken und zu vertiefen, sich selbst immer wieder neue Spielideen zu finden, macht die wichtige Erfahrung der Selbstbestimmtheit. „Ich kann etwas bewirken“. Es lernt immer wieder neu, seine eigene Mitte, sein seelisches und körperliches Gleichgewicht als sichere Basis wieder zu finden. Das gibt ihm Zufriedenheit und Gelassenheit und Selbstvertrauen. In der Salutogenese (Lehre vom Entstehen und dem Erhalt der Gesundheit) wird von der heilsamen Resilienz gesprochen, von der Fähigkeit positiv mit Schwierigkeiten umzugehen. Wir helfen dem Kind bei diesem Prozess damit, dass wir die Umgebung seiner Entwicklung gemäß gestalten, und es frei spielen und sich bewegen lassen. Die Umgebung und die Spielmaterialien sollten sicher sein, aber auch Herausforderungen für die nächsten Schritte bieten.

Wichtig ist genügend Platz und genügend, universelle, interessante Spielmaterialien (auch schon für den nächsten Entwicklungsschritt). Wenn das Kind in einer Lage, oder mit einer Spielidee im sicheren Gleichgewicht ist, ist es bereit zur nächsten Herausforderung.

Die Bewegungsentwicklung beginnt mit Strampelbewegungen im Liegen, es folgen die Seitdrehung, das Drehen um die Längsachse, das Robben und Krabbeln, das Sitzen, das Stehen und Gehen. Oft übersehen und vernachlässigt sind die vielen, kleinen, individuellen Zwischenschritte, die doch so wichtig sind, und den individuellen Prozess ausmachen, das Kind in seiner Mitte stärken. Im Prinzip verlagert sich der Schwerpunkt des Kindes mit der Zeit nach Oben. Ich kann das Kind mit genügend Platz, interessanten Spielsachen, neuen Ebenen im Raum wie ein Holzpodest oder ein Kletterdreieck unterstützen und anregen.

Wie findet das Kind besser in eine freie Bewegungs- und Spielentwicklung? Das Kind muss emotional aufgetankt und zufrieden sein (siehe Pflege) und genügend, geeignetes Spielmaterial für seine Interessen und Fähigkeiten vorfinden. Es unterstützt das Kind, wenn ich als Erwachsener einer sinnvollen Tätigkeit nachgehe (zum Beispiel entspannte, für das Kind nachvollziehbare Aufgaben im Haushalt, bei denen ich noch die Aufmerksamkeit für das Tun der Kinder habe) und bei der eine ruhige Atmosphäre vorliegt. So wird das Kind sich immer wieder neue Herausforderungen suchen, sich von Fehlern und Rückschritten nicht entmutigen lassen (Resilienz) und sich ausdauernd in der Vertiefung des neu Gelernten üben.

Geeigneten Spielmaterialien sind Dinge, die das Kind in seinem Tun herausfordern. Tücher und Greifspielzeugen, dann verschiedenen Gefäße, Schüttmaterialien, Bälle …. Vielfältige, unspezialisierte Spielmaterialien aus Naturmaterialien regen die Fantasie und verschiedenen Sinne der Kinder an.

Das Kind lernt so von alleine, zum Beispiel, das Verinnerlichen geometrischer Zustände, das Einschätzen von Inhalten und Gewichten, die Kraft der Erdanziehung und anderer Naturgesetze. Später wird das Kind zum Beispiel sortieren (Mengenlehre erleben) und in die Höhe bauen. Immer mehr blüht die Fantasie auf. Ein Stock wird zum Löffel und dann wird vielleicht das Labyrinth zum Auto. Mit unspezifischen Spielzeugen unterstützen wir den Prozess. Die Fantasie ist eine unüberschätzbare Fähigkeit, um die Situationen in dieser Welt konstruktiv zu beeinflussen. Das wünscht man auch jedem Erwachsenen.

Je älter das Kind wird, desto mehr und differenzierter wird das Spiel mit den anderen Kindern. Das „Wir“ wird wichtiger.

Rhythmus, Rituale und Musik

Das Leben besteht aus Rhythmus: Geburt und Tod, Wachen und Schlafen, Ein- und Ausatmen, Geben und Nehmen, Sich öffnen und verschließen. Rhythmus gibt den Menschen Orientierung und Sicherheit. Auch die kleinen Menschen in der Kinderstube finden dabei Schutz. Wohlgemerkt geht es um Rhythmus nicht um einen starren Takt. Dies ist eine der Grundlagen der Waldorfpädagogik.

So gibt es in der Kinderstube einen festen Tagesablauf, mit Elementen die geführten (Einatmen) und dann wieder freien(Ausatmen) Charakter haben: Ankommen, Freispiel, Morgenlied und Frühstück, Freispiel und bei Bedarf Wickeln, Gartenzeit, Lieder und Fingerspiele und Essen, Freispiel, Wickeln, Mittagsschlaf, Anziehen und Wickeln und Vesper, Freispiel, Abholzeit.

Beim Essen und dem Wickeln gibt es eine feste Reihenfolge. Bald weiß jedes Kind, vor wem oder nach wem es dran kommt. Auch das gibt Sicherheit und die Freiheit zu spielen, statt zu warten.

Natürlich ist der Rhythmus nicht starr. Ist ein Kind zu Beispiel krank oder einfach sehr schlecht drauf, ist es vielleicht sinnvoll es früher zum Schlafen zu legen, oder vielleicht auch einmal zwischendurch am Vormittag.

Auch Rituale geben dem Tag Struktur, liebgewordene Gewohnheiten könnte man sie nennen. So gibt es in der Kinderstube jeweils ein festes Morgenlied, Essenslied und Schlaflied, es gibt feste Zeiten für jahreszeitlich passende Fingerspiele und Lieder, es gibt besondere Lieder und Fingerspiele für einen Geburtstag. Oft sind die Kinder schnell auch aktiv dabei, ahmen die Handbewegungen nach und fangen an mit zu singen. Manchmal bietet es sich auch an ein Lied vor dem Frühstück mit der Flöte zu begleiten. Bei Kindern ab ca. 2.1/2 Jahren biete ich gemeinsames Ausprobieren und Spielen mit einfachen Rhytmusinstrumenten an und es gibt eine kleinkindgerechte Geschichte vor dem Schlafengehen.

Die Lieder und Fingerspiele haben unschätzbaren Wert für die Sprachentwicklung, sie verleihen der Sprache Flügel.

3.5. Das Essen in der Kinderstube

Es gibt täglich frisch zu bereitetes, biologisches, vegetarisches, der Jahreszeit entsprechendes Essen.

Zum Frühstück gibt es Vollkornbrot, Obst und Tee. Beim Mittagessen hat jeder Wochentag seine bestimmte Mahlzeit, aus jeweils einem bestimmten Vollkorngetreide und Gemüse. Nachmittags gibt es Obst und Brot.

Die Kinder essen, wenn sie noch klein sind, nacheinander, in einer Eins zu Eins Betreuung. Erst auf dem Schoß, dann im Essbänkchen. Sind die Kinder sicher vertraut mit dem Essprozess, sitzen sie erst zu zweit neben einander im Essbänkchen und dann später zu dritt am Tisch.

Die Mahlzeiten sollen in Ruhe und in einer freudigen Atmosphäre verlaufen. Die Kinder lernen, in ihrer Zeit, das selbstständige,saubere Essen mit dem Löffel, später auch mit der Gabel. Die Mahlzeiten werden umrahmt von einem Essenslied und einem Danklied.

3.6. Schlafen ist Kraft tanken

In einem separaten Raum stehen für jedes Kind ein eigenes Himmelbettchen. Jedes Kind hat dort von zu Hause einen Schlafsack, ein Kuscheltier, ein Schlaftuch oder einen Schnuller. Auch die Puppen der Kinderstube haben hier im Raum ihre Betten.

Je nach Bedürfnissen und Veranlagung werden die Kinder, eines nach dem anderen, frisch gewickelt zum Schlafen gelegt. Ein persönliches Schlaflied zeigt den Beginn des Mittagsschlafes an.

Die Zeiten für den Mittagsschlaf liegen in der Zeitspanne zwischen 12.30 bis 14 Uhr.

Wie bereits erwähnt gibt es bei Bedarf auch am Vormittag die Möglichkeit für ein kurzes Schläfchen.

3.7. Inklusion

Sehr gerne arbeite ich auch mit Kindern, die einen Inklusionsbedarf haben. Während meiner Arbeit in Waldorf-und Piklereinrichtungen, habe ich vielfälltige Erfahrungen mit Inklusions-Kindern gesammelt. Unter anderem begleitete ich ein Kind ein Jahr als Inklusionshelferin. Ich unterstütze die Kinder individuell, um sie in ihrer Gesamtentwicklung zu fördern. Es geht mir um eine ganzheitliche Förderung im körperlichen, kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich.

4. Die Räumlichkeiten der Kinderstube

Für die Kinderstube Meisennest gibt es 3 nebeneinander liegende Zimmer im ersten Stock unseres Altbauhauses.

Das große Zimmer in der Mitte ist das Spielzimmer mit Regalen, Schrank, Klettergerät (je nach Entwicklung ein Podest, ein Pikler-Dreieck mit Rutschbrett oder ein Holzlabyrinth), und Spielständer. Von den beiden kleinen Zimmern wird eines vor allem zum Schlafen genutzt und eines zum Wickeln und zum Essen.

Im Schlafzimmer stehen für jedes Kind ein Himmelbett, ein offenes Kuschelbett für Zwischendurch, eine Truhe mit Bettzeug und die Puppenbetten. Ausserhalb der Schlafzeiten kann hier auch gespielt werden.

Im Wickel- und Esszimmer gibt es einen Schrank, die Pikler-Wickelkommode mit Gitter und einem Tritt (so können die Kinder beim Wickeln stehen und sich bewegen und auf Wunsch selbst hoch und runter klettern), 2 Essbänkchen (siehe Kapitel 3.5.), ein Sessel zum Füttern und ein Kindertisch mit 4 Hockern.

In den Zwischentüren gibt es jeweils Schutzgitter, die man nach Bedarf schließen kann, zum Beispiel, wenn ein Kind seine Ruhe für einen Vormittagsschläfchen braucht.

Gleich neben den Kinderzimmern liegt das Badezimmer, hier werden die Hände gewaschen . Für größere Kinder gibt es die Möglichkeit selbstständig auf Toilette zu gehen und sich die Hände zu waschen.

Um das Haus herum befindet sich unser Garten. Die Kinder können dort auf dem Rasen oder auf den Wegen zwischen Obstbäumen, Weinreben, Sträuchern und Blumen täglich spielen. Es gibt auch einen Sandkasten, ein Klettertisch mit Rutsche, Schubkarren, Rädchen, und wenn die Kinder älter sind, mehrere niedrige Schaukeln.

Die Kinderstube Meisennest liegt mitten im Frankfurter Stadtteil Heddernheim. In 50 m Entfernung ist eine Bushaltestelle und die U-Bahnstation ist in 5 Minuten zu erreichen.

5. Elternarbeit und Eingewöhnung

Sie als Eltern sind und bleiben die Hauptbezugspersonen ihres Kindes, ihre Erfahrungen und Einschätzungen sind mir sehr wichtig. Andererseits gibt es auch viele spannende Begebenheiten, die sich in der Kinderstubenzeit abspielen, für die sie sich als Eltern natürlich sehr interessieren. Auch ist es für die Kinder sehr wichtig, dass sich beide Bereiche zu Hause und in der Kindestube überschneiden, dass sie transparent sind. So erzähle ich, in sich anbietenden Momenten, auch Dinge vom Leben zu Hause. Aus diesen Gründen lege ich großen Wert auf einen regelmäßigen Austausch beim Bringen und Abholen der Kinder. Planen sie genügend Zeit ein, damit diese Übergangszeit in aller Ruhe und mit genügend Raum zum Gespräch stattfinden kann.

Auf Wunsch der Eltern biete ich gerne auch Entwicklungsgespräche und Elternabende an. Hier ist Raum für tiefer gehende Fragen und anhand von Berichten, Bildern und Filmausschnitten entsteht ein Einblick in den Alltag der Kinderstube.

Die Elternarbeit beginnt bereits mit dem Aufnahmegespräch, in dem grundlegende Dinge geklärt werden. Auch in der Eingewöhnungszeit ist viel Raum zum Erzählen und Fragen. Ich arbeite beim Eingewöhnen mit Elementen aus dem „Berliner“ und dem „Münchener Eingewöhnungsmodell“. Die erste Woche sind Mutter oder Vater mit dem Kind in der Kinderstube. Die Zeiten verlängern sich von Tag zu Tag. Am Ende der Woche bleiben Elternteil und Kind bis zum Mittagessen. Der Montag wiederholt die Zeiten vom Donnerstag und am Dienstag kommt die erste Trennung. Hierbei hilft häufig ein sogenanntes „Übergangsobjekt“, zum Beispiel ein von zu Hause gewohntes Kuscheltier. Je nachdem, wie das Kind reagiert, lege ich gemeinsam mit den Eltern die Trennungszeit für den folgenden Tag fest. So geht es in den folgenden Tagen und Wochen weiter. Schließlich ist das Kind entspannt und aktiv den ganzen Vormittag alleine. Es hat zu mir eine tragfähige Beziehung aufgebaut („bonding“) und ist mit den anderen Kindern und der neuen Umgebung vertraut. Es fühlt sich sicher und lässt sich bei Bedarf auch von mir trösten. Nun beginnen wir mit dem Mittagsschlaf in der Kinderstube.

Die gesamte Eingewöhnung dauert in der Regel 3 bis 4 Wochen. Nach weiteren 2 Monaten ohne die Eltern ist das Kind gewöhnlich absolut sicher angekommen.

6. Öffnungszeiten, Tagesablauf und Ferienregelung

Die Kinderstube Meisennest hat die Kernöffnungszeit: Montag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 14.45 Uhr

Nach einzelner Absprache, kann eine Betreuung von 7.30 Uhr bis 14.45 Uhr möglich gemacht werden. Dies muss mindestens 48 Stunden vorher besprochen werden.

Der Tagesablauf sieht in etwa folgendermaßen aus:

ab 8.30 Uhr

Ankommen, Gespräch mit den Eltern,, Freispiel, Wickeln nach Bedarf

9 Uhr

Lieder und Fingerspiel, Teetrinken

9.15 Uhr

Umziehen, Freispiel im Garten, Umziehen, Händewaschen, bei Bedarf Wickeln

11.15 Uhr

Mittagessen, bzw.Freispiel

11.45 Uhr

Kinder einzeln Wickeln und Umziehen, Freispiel

12.30 bis 14.00 Uhr

Zeitraum für Mittagsschlaf

anschließend

Wickeln, Anziehen, Freispiel

14.45 Uhr

Abholen

Die konkreten Betreuungszeiten bespreche ich individuell mit den Eltern.

Es gibt 5 Schließungswochen im Jahr. Diese gebe ich jeweils am Ende des Vorjahres bekannt. Meist sind es zwei Woche um Weihnachten, eine um Ostern, eine im Sommer und eine im Herbst.

Bei eventueller Krankheit meinerseits, empfehle ich keine Vertretung. Für Kleinkinder ist es nicht zumutbar plötzlich von jemanden Anderen betreut zu werden. In diesem Fall ( dies kam bisher sehr selten vor), müssen die Eltern eine Betreuung durch, Großeltern, vertrauter Freunde oder einem Elternteil organisieren.

7. Kontakt

Kinderstube Meisennest
Jutta Mainusch-Keller
Hessestraße 6
60439 Frankfurt Heddernheim
Telefon: 069/587417
Email: info@kinderstube-meisennest.de

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